Sorry, 2015

 

Guillaume Bijl - SorryDie Denkmalkultur beruht auf einem Konsens. Jemand erbringt der Gesellschaft einen Dienst, der so wichtig war, dass die fragliche Person einen permanenten Ort erhält, vorzugsweise an einer prominenten Stelle, so dass viele tagtäglich damit konfrontiert werden. Die Skulptur wird durchaus auf königliche, aber ernsthafte Weise dargestellt und hat einen Sockel, der dem Ganzen eine gewisse Heiligkeit verleiht. Guillaume Bijl verändert diese Standarddarstellung auf ganz surrealistische Weise, indem er die Person durch einen Hund ersetzt. Der Eingriff scheint durch die Ernsthaftigkeit des Bildes bis zu einem gewissen Punkt natürlich, und lässt den Zuschauer daran zweifeln, ob es sich um eine echte Huldigung oder ein Kunstwerk handelt.

Diese Installation passt zum Werk von Bijl, das ein Versuch der ‘Archäologie’ unserer Gesellschaft ist. Auf tragisch-komische Weise kopiert er Stücke der Realität, so dass wir kurz vor unserer eigenen Kultur stehen bleiben. Dieses Werk gehört zu einer Reihe, die Bijl Sorry nennt, absurde Kompositionen, die von seinem eigenen realistischen Stil abweichen. Er entschuldigt sich für diesen Fauxpas mit ‘Sorry’, Entschuldigung, ein Wort das zu oft passend oder nicht passend benutzt wird. Das Werk bleibt auch bei der Tatsache stehen, das die Gültigkeit der Denkmäler nicht permanent ist. Obwohl Denkmäler es schaffen, eine Person zu verewigen, unterstehen die Bilder doch einem Zeitgeist. Sogenannte Heldentaten können immer im Laufe der Zeit in ein anderes Licht gerückt werden.

 


    Guillaume Bijl

    °1946 AntwerpenGuillaume Bijl
    Guillaume Bijl hatte in der jüngsten Vergangenheit Solo-Ausstellungen in SMAK Gent (2008), im Wiener Secession, Wien, Österreich (1993) und im New Museum, New York, Vereinigte Staaten (1989). Er nahm unter anderem teil an Gruppen-Ausstellungen Manifesta 11, Zürich, Schweiz (2016), Istanbul Biennale, Istanbul, Türkei (2013), Biennale de Lyon, Lyon, Frankreich (2011), Münster Skulptur Projekte, Münster, Deutschland (2007) und Documenta IX, Kassel, Deutschland (1992). Er war einer der Künstler, der Belgien im Belgischen Pavillon auf der Biennale von Venedig, Italien, im Jahr 1988 vertrat.

     

    Wo?

    Leopoldpark, Leopold II-laan, Oostende

    • Haltestelle der Küstenstraßenbahn: Oostende Marie-Joséplein
    • Radknotenpunkt: 74 
    • Wanderknotenpunkt: 65


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